30. August 2019

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60 Jahre Edgar-Wallace-Filme

Am 4. September 1959 kam mit "Der Frosch mit der Maske" der erste Edgar-Wallace-Krimi der Rialto in die Kinos der jungen Bundesrepublik - ein Erfolgs-Franchise, das bis in die 70er reichte, im italienischen Kino endete und wie sonst bloß "Winnetou" für den deutschen Film-Mainstream der 60er steht, war geboren.

In einer Sondersendung wirft der Kompressor, das Popkulturmagazin vom Deutschlandfunk Kultur, einen Blick von heute aufs Damals zurück. Mit dabei: Christoph Draxtra von den Eskalierenden Träumen, die Schauspielerin Brigitte Grothum, der Kulturhistoriker Bodo Mrozek und der Mischtonmeister Manfred Arbter. Und zwischendrin: Soundcollagen des Künstlerkollektivs reproducts. (mp3)





21. August 2019

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Alex Proyas' Rebel Film School.

Alex Proyas' Filme sind eigentlich viel zu unbesungen. Der in Ägypten geborene, in Australien aufgewachsene Sohn griechischer Eltern zählt zu den künstlerisch subversiven Geistern, deren Visionen einen Apparat, wie ihn Hollywood zur Verfügung stellt, zwar benötigen, ohne aber wirklich das zu liefern, was Hollywood im Umkehrschluss verlangt. Immer wieder gelangen ihm dabei reizvolle Entwürfe - Sci-Noir wie "Dark City", Style-Kino wie "I, Robot" oder der gescholtene, von mir aber umso heißer geliebte "Gods of Egypt", seinem einzigen Langfilm, den er seit "Knowing" (2007) noch drehen konnte: Im Zeitalter der Totalst-Verfranchisierung des Kinos sind Rebellen wie Proyas und deren Pop Pulp Philosophy wenig gefragt.

Was einerseits schade ist, andererseits aber ein Gewinn: Denn Proyas betreibt - wohl auch, um aus der Not eine Tugend zu machen - seit einigen Monaten einen noch weitgehend unter dem Radar gebliebenen, aber umso tolleren Youtube-Kanal: Für "Mystery Clock Cinema" dreht er nicht nur eigene Kurzfilme ("Phobos"), sondern hält ziemlich gut gemachte Mini-Vorträge darüber, wie man Filme dreht - nämlich, in dem man nicht einmal einen flying fuck auf die Bedürfnisse irgendwelcher Suits gibt. Ein rebellischer Gentleman of the Arts - sehr angenehm.

Eine kleine Auswahl:


8. August 2019

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Werner Herzogs "Salt & Fire" in der Arte-Mediathek



Befeuert vom spätestens mit "Grizzly Man" (2005) ziemlich wuchtig einsetzenden US-Hype um Werner Herzog, vielleicht aber auch im Zuge eines Generationenwechsels in der Filmkritik, kam es auch in Deutschland zu einer teils sehr enthusiastischen Wiederentdeckung des baiuwarischen Filmberserkers, der die 90er weitgehend in der Versenkung verbrachte und hierzulande lange Zeit lediglich unter "Notiz am Rande" lief.

Mit seinen Spielfilmen "Queen of the Desert" und "Salt & Fire" scheint sich dieses kulturelle Kapital hierzulande wieder erschöpft zu haben. Kritik, Publikum und selbstverständlich auch "das Netz" reagierten zum großen Teil mit Ablehnung auf Herzogs jecke, freie und idiosynkratische Filme - die ersten beiden Herzog-Spielfilme übrigens, in denen es mit Nicole Kidman und Veronica Ferres zentral um Frauen in der Hauptrolle geht.

Ich hatte an beiden Filmen große Freude, auch an Herzogs Vulkan-Krisenfilm "Salt & Fire", dem, zugegeben, sein wohl sehr niedriges Budget durchaus anzusehen ist. Aber allein schon Herzogs Cameo als schlafender Flugzeugpassagier - nur Herzog ist in der Lage im Schlaf Filme zu drehen - und einige schön absurde optische Spielereien - das extrem Große, das extrem Kleine fallen bei Herzog in eins, hieß es mal so ähnlich bei Deleuze - machen aus "Salt & Fire" zu einem lakonisch verjuxten Meta-Film im Spätwerk des Regisseurs.

Zum Glück stand ich mit dieser Meinung nicht ganz alleine da: Lukas Foerster und Ekkehard Knörer haben beide sehr schöne Kritiken über den Film geschrieben.

Ich glaube, "Salt & Fire" hat eine Chance verdient. Geben kann man sie dem Film derzeit in der Arte-Mediathek. Voraussetzung ist ein freier Blick und der Mut zum Wagnis, sich von eher gängigeren Vorstellungen dessen, was Qualität im Kino bedeutet, zu verabschieden.

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