10. Januar 2019

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Die Jazz-Hypnose - Mix

Der neue vom Reissue- und Digger-Label Private Records veröffentlichte Mix beginnt mit einem wunderbar weirden Sample aus offenbar irgendeiner obskuren Flohmarktfund-Schallplatte, dümpelt dann ein klitzekleines bisschen zu lange in psychedelischen Gefilden herum, entwickelt dann aber einen sehr smoothen, entspannten - vor allem aber: beträchtlichen - Reiz. Was für den Abend im Ohrensessel, bei gedimmtem Licht, mit Kopfhörern auf.

19. November 2018

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Kosmischer Läufer Vol. 4



Auch in der DDR gab es Krautrock: So stieß der Tontechniker Martin R. Zeichnete in den frühen 70ern in Radiosendungen aus dem Westen auf die neuartige Rock- und Experimentalmusik, an der sich manche seiner Zeitgenossen jenseits des antifaschistischen Schutzwalls versuchten. Insbesondere der treibende Rhythmus hatte es Zeichnete angetan. Er witterte darin Potenzial: Könnten sich mit dieser Musik nicht vielleicht sogar die Trainingseinheiten der DDR-Sportler optimieren lassen?

13. Oktober 2018

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Liebe, so schön wie Liebe (Klaus Lemke, Deutschland 1971)



In Großaufnahme kullern Sylvie (Sylvie Winter) die schönsten Tränen des deutschen Kinos der 70er Jahre über die Wange. Nach zwei Jahren ist Schluss mit ihrem Freund, weil der zu viel Klavier spielt. Wenig später heiratet er eine von Sylvies Freundinnen. Die Hochzeitsgesellschaft tanzt im Grünen, lacht ausgelassen, obskures Fußballwissen macht die Runde. Was macht Sylvie? Weint im Gras.



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Suspiria (Dario Argento, Italien 1977)

Anlässlich des anstehenden deutschen Kinostarts von Luca Guadagninos Remake von Dario Argentos "Suspiria" stelle ich gerne nochmal meinen ursprünglich 2015 in der taz erschienenen Text über das Original online.





„Suzy Bannion hatte sich entschlossen, ihre Ballettausbildung in der berühmtesten Tanzschule Europas abzuschließen. Ihre Wahl fiel auf die Tanzakademie in Freiburg. Eines Tages, um neun Uhr morgens, ließ sie den Kennedy-Airport in New York hinter sich. Sie erreichte München um zehn Uhr abends.“

Es sind nur wenige, über den schwarzen Vorspann eingesprochene Worte, die in diese Erzählwelt einführen. Fast kunstlos schweben sie zwischen Sachlichkeit und geheimnisvoller Verheißung und ebnen damit doch den Weg für einen Film, der für Freunde des manischen Genrekinos italienischer Provenienz eine Art Heiligen Gral darstellt.

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