Neu beim SWR: ein tolles, sehr einfühlsames Feature von Annett Krause und Matthias Hilke über den 2010 gestorbenen Bruno S., den die eine oder andere wahrscheinlich von Werner Herzogs Filmen "Jeder für sich und Gott gegen alle" und "Stroszek" kennt. Lutz Eisholz' 1969 an der dffb produzierten Porträtfilm "Bruno der Schwarze" (dessen TV-Ausstrahlung Herzog auf S. aufmerksam machte) kann man online übrigens hier sehen. [mp3/manuskript/podcastfeed]
Eine Reflexion linker Utopien in 30 Jahren Techno (BR, 2018)
Florian Fricke erzählt im Zündfunk keine nostalgische Techno-Geschichte der Szene-Insider (dafür ist, mit wechselndem Erfolg, der Podcast "Tausend Tage Techno" zuständig), sondern befasst sich mit Protagonisten am Rande, etwa mit "Speiche, stolzer Ost-Berliner, einst Fußball-Hooligan und Punk, Mitbegründer vom Eimer,kurz nach der Wende einer der ersten Clubs in Berlin Mitte in einem besetzten Haus. Oder die von Rob, 1949 in Südafrika geboren, politischer Aktivist gegen die Apartheid unter der Regierung der burischen Nationalpartei. Heute ist er der wahrscheinlich älteste Techno-DJ Berlins wenn nicht weit darüber hinaus", wie es im Programmtext heißt. (mp3)
Raw Power: Die Iggy-Pop-Story (WDR, 2017) Dank DLF-Wiederholung wieder online: die hörspiel-artig erzählte Geschichte von Iggy Pop, wie er wurde, was er ist, wie er in Berlin seine erste eigene Wohnung im tristen BRD-Barock bezog und dann zum Popstar wurde. Und natürlich, wie ihm von Jäki Eldorado beim Konzert ins Bein gebissen wurde: Das Foto davon ging (zumindest in Deutschland...) um die Welt und stellt eine Initialzündung von Punk hierzulande dar, wie Schorsch Kamerun im Feature sagt. (mp3)
Today your love, tomorrow the world - Der Mythos Ramones (WDR, 2011)
Ebenfalls wichtig für die Punk-Explosion: Die Ramones. Veit König erzählt im WDR ihre Geschichte - unter den Testimonal-Stiftern unter anderem: Jörg Buttgereit. (mp3)
Die heile Welt des Verbrechens: Stephan Derrick und die BRD (RBB Kulturradio, 2018)
"Derrick" ist German Hauntology. Ein Blick in die alte BRD und deren "ästhetisches Inventar", wie es in diesem sehr guten Radiofeature von Rafael Jové an einer Stelle passend heißt. Der Titel "Die heile Welt des Verbrechens" sollte nicht abschrecken: Der vor allem von Unkundigen in die Welt gesetzte Mythos, Derricks Kriminalfälle spielten weltabgerückt in einer überschaubaren, biederen Welt, wird hier nicht bedient, bzw. er wird aufgefächert: Es gibt einen frühen, es gibt einen späten "Derrick", es gibt Abgründe, Leerstellen - und, sehr richtig beobachtet, mitunter "Twin Peaks"-artige Trance-Meditationen in Sachen TV-Weirdness. Dazu passend: Ein Gespräch mit Horst Tappert aus dem Jahr 1988, gefunden als Podcast bei der Deutschen Welle. (mp3)
Der einsame Tod des Herrn D. (Deutschlandfunk, 2017)
Ein Plattenbau in Ost-Berlin: Fünf Jahre lang lag ein älterer Herr tot in seinem Sessel - von Nachbarn und Behörden blieb der Tod unbemerkt. Johannes Nichelmann begibt sich auf Spurensuche: Ein intensives Feature über städtische Einsamkeit. (mp3)
Krieg im Kopf (Deutschlandradio Kultur, 2016)
Lou Brouwers spricht mit Kriegsveteranen. Über ihre Erfahrungen, seelischen Verletzungen und wiederkehrende Traumata. Ein behutsames Feature, das ganz von seinen teils bedrückenden O-Tönen lebt. (mp3)
Eine Jugend am Ende der DDR: Wo wir zu Hause waren (MDR, 2009)
Lotta Wieden gibt in ihrem Interview-Feature den Erfahrungen jener Menschen aus der ehemaligen DDR Raum, die den Mauerfall als Kinder und junge Jugendliche erlebt haben - und also zu jung waren, um sich in ein kritisches Verhältnis zu ihrem Land zu setzen. Entsprechend irritierend erlebten sie die Wendezeit - mit langfristigen Folgen. (mp3)
"1968" begann in Deutschland am 2. Juni 1967 - mit dem tödlichen Schuss auf Benno Ohnesorg. Die Radiosender erinnern mit einigen Beiträgen an diese Zäsur der deutschen Nachkriegsgeschichte:
In der Sendung "Radiowissen" des Bayerischen Rundfunks arbeitet Michael Zametzer die Geschichte Ohnesorgs als "tragische Ikone der 68er" bündig auf: